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Odenwald-Schlachthof in Brensbach: Auslastung steigt auch dank Biofleisch-Vermarktung



Von Birgit Reuther

BRENSBACH - Regional und Bio sind immer mehr Verbrauchern wichtig. Der letzte verbliebene Regionalschlachthof in Südhessen, der Odenwald-Schlachthof in Brensbach, erfüllt diese Bedingungen. Wenngleich die Geschäfte dort nun besser laufen, fällt das Bestehen am Markt nicht leicht. Nun geht ein neuer Geschäftsführer ans Werk.

Der Odenwald-Schlachthof in Brensbach hat einen neuen Chef: Zum 1. September hat Volkmar Schaaf (Fränkisch-Crumbach) die Geschäftsleitung der Odenwald-Schlachthof Betriebs-GmbH übernommen. Damit löste er den bisherigen kommissarischen Geschäftsführer Ruppert Gessler ab.

Der aus Herbstein im Vogelsbergkreis stammende Schaaf (60) ist kein Unbekannter in der Fleischbranche. Der Mann sei Metzgermeister und Fleischereitechniker und verfüge über viele Jahre Berufserfahrung sowie über die zur Führung von Fleischerbetrieben nötigen Kompetenzen, heißt es in einer Pressenotiz der Betriebs-GmbH.

Der neue Regionalschlachthof-Chef war bis vor Kurzem Geschäftsstellenleiter der Niederlassung Gießen der Firma Emil Färber GmbH & Co. KG. Auch Michael Reuter, Aufsichtsratsvorsitzender der Schlachthof-Bauträger-GmbH, ist optimistisch: "Wir freuen uns, dass wir einen fähigen Fachmann gefunden haben, der den Betrieb fortentwickeln und auch wirtschaftlich weiter in eine sichere Zukunft führen wird."

Wie berichtet, war der Odenwälder Regionalschlachthof Ende 2012 von Insolvenz bedroht gewesen. Nachdem der damalige Chef entlassen worden war, wirkte Jürgen Walther, Geschäftsführer der den Schlachthof verwaltenden Odenwald-Regionalgesellschaft (Oreg) mbH, von Dezember 2012 bis Frühjahr 2015 zusätzlich als kommissarischer Geschäftsführer dieses Betriebs. Ziel des Krisenmanagements war, das unter Verlusten ächzende halböffentliche Unternehmen langfristig auf solide Beine zu stellen - mit mehr Kunden, besserem Marketing, geringeren Kosten, Investitionen in Tierschutz und technische Ausstattung.

Im April 2015 übernahm dann Ruppert Gessler die Geschäftsleitung. Er hatte im Sommer 2015 von einer Verbesserung berichtet: Es gehe voran, wenn auch in kleinen Schritten.

Auch Volkmar Schaaf weiß, dass sich die Brensbacher ins Zeug legen müssen, um am Markt zu bestehen. "Unser Betrieb ist zu groß für die Kleinen und zu klein für die Großen", umreißt der neue Chef die Position der Odenwälder. Dies bedeutet, dass man sich genau jene Sorte Kunden suchen muss, auf die das Brensbacher Profil passt. Als Beispiele nennt Schaaf die Lebensmittelmärkte Edeka und Rewe: "Da müssen wir sehen, dass wir noch Schlachtzahlen bekommen." Auch Zerlegebetriebe, die mehr auf Regionalität setzen möchten, bleiben eine Zielgruppe.

Immerhin weisen auch die aktuellen Schlachtzahlen darauf hin, dass es aufwärtsgeht: Derzeit werden in Brensbach 80 bis 100 Rinder pro Woche geschlachtet - 2015 und 2014 waren 40 beziehungsweise 35 Tiere die Woche. Diese erhebliche Steigerung sei vor allem der Biofleisch-Vermarktung und den Kunden des inzwischen geschlossenen Schlachthofes in Bensheim (Kreis Bergstraße) zu verdanken, so Schaaf. Bei den Schweinen sind es rund 400 Tiere pro Woche. Schafe werden in Brensbach ebenfalls geschlachtet, doch fallen diese Zahlen weniger ins Gewicht.

Zum Vergleich: Im Schlachthof Mannheim sind es etwa 400 000 Tiere jährlich - eine Größenordnung, bei der die Odenwälder nicht mithalten wollen und können. "Und mit den großen Betrieben in NRW und Niedersachsen könnten wir erst recht nicht konkurrieren."

Geschlachtet wird an drei Tagen die Woche. "Montag ist Haupttag, an den anderen Tagen könnten wir die Kapazitäten leicht erhöhen", sagt Schaaf. Derzeit sind 15 Mitarbeiter beschäftigt, hinzu kommen das Personal des Zerlegebetriebs und Selbstständige.

Hintergrund

TIERSCHUTZGERECHT UND MIT BIO-SIEGEL DER EU

Der Betrieb am Ochsenwiesenweg 2 in Brensbach ist inzwischen der einzige verbliebene Regionalschlachthof in Südhessen. Außerhalb dieser Region gibt es Schlachthöfe nur noch in Aschaffenburg, Alzey und Mannheim. Gesellschafter sind der Odenwaldkreis sowie Kommunen aus diesem Landkreis und dem benachbarten Kreis Darmstadt-Dieburg.

Das somit halböffentlich aufgestellte Serviceunternehmen ist ausschließlich auf Dienstleistungs-Schlachtungen für Metzgereien, Gastronomen und den Fleischhandel spezialisiert. Man erfülle die strengen EU-Hygienevorschriften, und auch dank bestens ausgebildeter Fachkräfte sowie kurzer und stressarmer Transporte werde tierschutzgerecht geschlachtet, heißt es in der Eigendarstellung.

Der Regionalschlachthof beschäftigt aktuell 15 Mitarbeiter, hinzu kommen der vor Ort ansässige Zerlegebetrieb sowie Selbstständige. Geschlachtet wird an drei Tagen pro Woche. Das Unternehmen führt das Bio-Siegel der EU sowie die Qualitätszeichen "Geprüfte Qualität Hessen" und "Geprüfte Qualität Odenwald". Vermarktet werden diese Erzeugnisse durch den Zerlegebetrieb Frühwein, Abnehmer sind regionale Metzger.

Neuer Geschäftsführer für den Schlachthof


Volkmar Schaaf  (recht) ist neuer Geschäftsführer des Odenwald Schlachthofs. Darüber
freut sich auch Dr. Michael Reuter, Aufsichtsratsvorsitzender der Schlachthof Bauträger-Gesellschaft mbH

Brensbach. Der Odenwald Schlachthof in Brensbach hat einen neuen Geschäftsführer. Volkmar Schaaf übernahm die Geschäftsleitung der Odenwald-Schlachthof Betriebs GmbH am 1. September dieses Jahres. Schaaf löst den bisherigen kommissarischen Geschäftsführer Ruppert Gessler ab.

 Der aus Herbstein im Vogelsbergkreis stammende Schaaf (60) ist kein Unbekannter in der Fleischbranche. Er ist Metzgermeister und Fleischereitechniker und hat langjährige Berufserfahrungen. Er besitzt für die Betriebsführung von Fleischerbetrieben entsprechende Kompetenzen und war bis vor kurzem Geschäftsstellenleiter der Firma Emil Färber GmbH & Co. KG Niederlassung in Gießen

„Wir freuen uns, dass wir mit Herrn Schaaf einen kompetenten Fachmann gefunden haben, der den Odenwald Schlachthof fortentwickelt und wirtschaftlich weiter in eine sichere Zukunft führen wird“, erklärte Dr. Michael Reuter, Aufsichtsratsvorsitzender der Schlachthof  Bauträger-Gesellschaft mbH.

Hintergrund Odenwald Schlachthof Betriebs GmbH

Der Odenwald Schlachthof ist ein mittelständischer, leistungsfähiger und moderner Betrieb, der als Service-Unternehmen kostengünstige Dienstleistungsschlachtungen vornimmt.

Spezialisiert auf Metzgereien und die am Schlachthof ansässigen Zerlegebetriebe sowie alle externen Geschäftspartner des Fleischhandels, ist er ein wichtiges Glied einer ununterbrochenen Hygiene- und Kühlkette. Auf höchstem technologischem Niveau, mit bestens ausgebildeten Fachkräften und durch kurze und stressarme Transporte wird die tierschutzgerechte Schlachtung ermöglicht, so dass jeder - unabhängig von der angelieferten Stückzahl - qualitativ hochwertigstes Fleisch erhält.

Der bereits seit 1996 zugelassene EU-Schlachthof entspricht den hohen gesetzlichen Qualitätskriterien, die nur dann von der EU definierten Hygiene-, Sicherheits- und Qualitätsrichtlinien verteilt werden, wenn diese Kriterien auch dauerhaft eingehalten werden. Nachhaltig wird somit für den Verbraucher ein hoher Schlacht- und Hygienestandard dokumentiert. Der Odenwald Schlachthof führt zusätzlich schon seit Jahren auch das offizielle Qualitätszeichen des Landes Hessen "Geprüfte Qualität Hessen" und "Geprüfte Qualität Odenwald". Zwei Zertifizierungen, die nochmals Zulassungskriterien erfordern, die der Schlachthof Brensbach erfüllt. Der Schlachthof Brensbach produziert echte Odenwälder Qualität für die Versorgung der ländlichen Region. Der regionale Bezug ist hier ein wichtiger Faktor für die Vermarktung und gewinnt immer mehr an Bedeutung. Der Schlachthof in Brensbach ist verlässlicher und wichtiger Partner für Landwirte und Metzger. Zusätzlich zu bestehenden Leistungsangebot hat der Schlachthof eine zertifizierte Biofleisch-Produktion eingeführt. Der Odenwald Schlachthof ist der einzige Schlachthof in Hessen, der das Bio-Siegel Hessen erhalten hat. So produziert der Schlachthof Produkte unter diesem Label und vermarktet diese durch den ansässigen Zerlegebetrieb Frühwein an regionale Metzgerbetriebe. Seit 31.10.2013 führt der Schlachthof das EU Bio-Siegel, ist Mitglied im Biokreis und seit 2016 das QS Qualitätssiegel „QS: Ihr Prüfsiegel für Lebensmittel“

Kontakt:
Odenwald Schlachthof GmbH
- Betriebsgesellschaft -
Ochsenwiesenweg 2
64395 Brensbach
Tel.: 06161 9316-0
Fax: 06161 9316-11
Internet: www.odenwald-schlachthof.de 


Magazin Saugut 01/2016 nun online

16 Seiten Informationen über den Odenwald-Schlachthof

 



Hier zum Download

Regionales Schlaraffenland

Odenwald-Schlachthof präsentiert sich auf der Messe "Land&Genuss" in Frankfurt

Ran an die Wurst: Detlef Kuhn (links) und Ruppert Gessler werben in
Frankfurt für den Odenwald-Schlachthof. FOTO: JÖRG SÄNGER

FRANKFURT - Land, Natur, Gärtnern sind Mega-Trends, die Forderung nach Regionalität fehlt in keiner Rede über Lebensmittel, gegessen und getrunken wird sowieso immer. Die Messe „Land und Genuss“ an diesem Wochenende in Frankfurt bringt all das zusammen.

Am Stand des Waldenser Hofes aus Wächtersbach baumeln Pressköpfe und Blutwürste an einer Stange, beim Forellenhof Burkard aus Seligenstadt hängen Fische in kleinen Räucherkammer. Bei der Pfungstädter Brauerei perlt goldgelbes Pils in die Gläser, bei einer Manufaktur aus Groß-Bieberau kugeln sich rosa, grüne und lila Trüffeln dicht aneinander. Halle 1.2 der Frankfurter Messe ist proppenvoll mit Essen und Trinken.

Nicht alles ist regional wie es der Veranstalter – die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft – verspricht, es gibt auch italienische Salami, Parmesan und Würste aus Polen. Aber die meisten der rund 300 Aussteller kommen aus Hessen, ein guter Teil davon aus dem Rhein-Main-Neckar-Raum.

Konditormeister Erich Schmunk ist mit seinen Trüffeln von Anfang an bei „Land und Genuss“ präsent. Zum fünften Mal bietet er seine rund 40 Sorten an – von Klassikern wie Karamell bis zu ungewöhnlichen Kreationen wie Riesling oder Apfelwein. Messen wie diese beleben das Geschäft, erzählt er. Manche Kunden wissen schon, wann er auf welchem Markt anzutreffen ist. Wie die Dame aus Runkel, die sich gleich mehrere Tütchen mit Pralinen füllen lässt.

Auch die Bergsträßer Winzer registrieren: „Nach der Messe gibt es oft ein Nachfolgegeschäft.“ Viele Frankfurter, die am Stand der Genossenschaft einen Riesling oder Grauburgunder geschlürft haben, realisierten, „dass es bis zu uns nach Heppenheim gar nicht so weit ist“, sagt Ulla Hammann, die am ersten Messetag ausschenkt. Das ist ein Anliegen der Land-und-Genuss-Messe: Verbraucher und Erzeuger zusammenzubringen, Einblicke in die Landwirtschaft zu geben, Gartentrends vorzustellen – eine Mini-Version der Grünen Woche in Berlin.

Bernd Fetzer steht hinter einem Berg aus Würsten und erklärt den Besuchern, was was ist. Chili-Honig, Knoblauch mit Oliven, Trüffel, Hirschbeißer hat der Inhaber von Odenwald Lebensmittel in Beerfelden im Angebot. „Wir probieren gerne aus.“ Seine Würste produziert er zum großen Teil selbst, er weiß, woher seine Zutaten kommen. Er schätzt die Messe, „weil hier interessante Leute an den Stand kommen“. Den Tipp, die Walnüsse für eine seiner Wurstsorten in Zwetschgenmus einzulegen, damit die Bitterstoffe der Nuss blockiert werden, hat er von einem Kunden. Seine wohl verrückteste Kreation: Wurst mit Sauerkraut und Veilchen, ist aber nicht mehr im Angebot. Die hatte er vergangenes Jahr bei einem Metzger produzieren lassen, der anschließend das Veilchenaroma nicht mehr aus seiner Maschine bekam. Seitdem ist diese Wurst gegessen.

Exotin und Neuling auf der Messe ist Jennifer Gabelmann. Als Inhaberin des Cocktail-Service „Orange Blossom“ hantiert sie eher nicht mit regionalen Produkten. Bei Hochzeiten, Geburtstagen oder Geschäftseröffnungen mixt sie die Mischgetränke – „gerne außergewöhnliche Kreationen“. Sie ist bundesweit unterwegs, regional ist ihr Standort Beerfelden.

Am besten direkt zum Verbraucher

Wo von regionalen Lebensmitteln die Rede ist, darf die Vereinigung der hessischen Direktvermarkter nicht fehlen. Ihren Sitz hat die Organisation in Reichelsheim, ihre rund 330 Mitglieder kommen aus ganz Hessen. Mit den Direktvermarktern können sich Messebesucher darüber unterhalten, wie die Produkte des Viehhalters, Gemüsebauern oder Imkers am besten zum Kunden kommen, warum kurze Transportwege wichtig sind und welche Argumente für eine von Bauern statt von Industrie geprägte Landwirtschaft sprechen.

Auch der Regional-Schlachthof Brensbach präsentiert sich in Frankfurt. Das Unternehmen befinde sich nach finanziell schwierigen Jahren auf dem Weg der Konsolidierung, sagt Detlef Kuhn vom Odenwald-Schlachthof. 40 Prozent Zuwachs bei den Rinderschlachtungen habe man im vergangenen Jahr gehabt, 80 Prozent davon entfielen auf Schlachtungen von Bio-Rindern – ein relativ neuer Geschäftszweig der Brensbacher. Nun denken sie darüber nach, sich stärker Richtung Frankfurt zu orientieren, denn in Großstädten gibt es den Markt und die Kaufkraft für regionale und ökologisch erzeugte Lebensmittel.

Der Odenwald-Schlachthof wirbt in Frankfurt auch für den Odenwaldkreis als touristisches Ziel. Die Frage einer Besucherin zeigt, dass das keine schlechte Idee ist. Sie will wissen, ob das Verzeichnis der Gastgeber in der von Forst- und Landwirtschaft geprägten Region auch die Winzerhöfe enthalte.

>>> Hier geht es zur Messe Land & Genuss

Wertschöpfungskette erhalten

 

Odenwald-Schlachthof: Wichtig für Bio und Regionalität

 

Begrüßung der Gäste: Von links: Jürgen Walther, Mitglied im Aufsichtsrat der Bauträger GmbH, Staatsministerin Priska Hinz und Dr. Michael Reuter, Vorsitzender im Aufsichtsrat der Bauträger GmbH. Foto: Kristen Sundermann

Brensbach. Staatsministerin Priska Hinz besuchte vergangene Ende Juli im Rahmen ihrer Sommertour auch den Regionalschlachthof Schlachthof in Brensbach. Empfangen wurde sie dort von Mitgliedern des Aufsichtsrats und der Betriebsgesellschaft dieser seit 1997 bestehenden Einrichtung.

Auch Vertreter des Kreistags, des Regional-Bauernverbands, des Amts für den ländlichen Raum, und des Biokreises waren gekommen. Selbst der Präsident des Hessischen Bauernverbands, Friedhelm Schneider, nutzte die Gelegenheit, um mit der Ministerin über die Bedeutung landwirtschaftlicher Dienstleistungsbetriebe für eine Region zu diskutieren. Erklärtes Ziel der Ministerin war, sich über die vor Ort vorhandenen Möglichkeiten der regionalen Vermarktung von Schlachttieren zu informieren. Als Landwirtschaftsministerin kennt sie die Problematik der Konzentration auf immer weniger große Schlachthöfe und will dazu beitragen, „dass die Wertschöpfungskette in Hessen erhalten bleibt“.

Jürgen Walther, Geschäftsführer der Odenwald-Regional-Gesellschaft (OREG) und gleichzeitig Mitglied des Aufsichtsrats der Bauträger GmbH gab einen Überblick über die wechselhafte Geschichte des Brensbacher Schlachthofs, der vor ein paar Jahren wegen Fehler im Management und beim Marketing in die Schieflage geraten war. Ende 2012 hatte er daher kommissarisch die Geschäftsführung übernommen und es war ihm gelungen - zusammen mit seinem Finanz-Fachmann Detlef Kuhn – den angeschlagenen Betrieb innerhalb von gut zwei Jahren zu stabilisieren. „Wir haben ein Defizit von rund 342.000 Euro vorgefunden und sind wir nur knapp an der Insolvenz vorbei geschrammt“, meinte der Sanierer und dankte den Banken, die viel Geduld bewiesen hatten.

Auch die Mietzahlungen für das Anwesen konnten ein paar Monate lang ausgesetzt werden, um Gelder frei zu bekommen für Investitionen in sechs-stelliger Höhe. Neu aufgestellt wurden dabei die Bereiche Tierschutz, technische Ausstattung, Ablauf-Organisation, Qualitätssicherung und Marketing. Der Odenwald Schlachthof ist nunmehr der einzige Schlachthof der Region, der die Bereiche Anlieferung, Aufstallung und Zutrieb komplett mit Video-Kameras überwacht.

Besonders stolz zeigten sich die Verantwortlichen darüber, dass dem Brensbacher Betrieb 2013 als einzigem Schlachthof in Hessen das Bio-Siegel Hessen zuerkannt wurde und er Mitglied im „Biokreis“ ist. Darüber hinaus führt er die offiziellen Qualitätszeichen „Geprüfte Qualität Hessen“, „Geprüfte Qualität Odenwald“ und ist als EU-Schlachthof anerkannt. Das bedeutet, dass er den hohen gesetzlichen Qualitätsrichtlinien der EU entspricht und die geforderten Hygiene- und Sicherheits-Richtlinien dauerhaft einhält.

Derzeit werden im Brensbacher Schlachthof an drei Tagen pro Woche wöchentlich rund 520 Schweine und etwa 35 Rinder und Kälber geschlachtet. Zusätzlich zum bestehenden Leistungsangebot hat der Schlachthof unter dem Label „EU-Biosiegel Hessen“ eine zertifizierte Biofleisch-Produktion eingeführt. Vermarktet werden diese Produkte durch den Brensbacher Zerlegebetrieb Frühwein und die Vieh- und Fleischvermarktung Starkenburg-Odenwald (FVSO) an regionale Metzgereibetriebe, die Gastronomie und an weiter verarbeitende Betriebe.

Auf Initiative der VFSO soll auf dem Gelände des Schlachthofs möglichst bald eine „Nationale Viehsammelstelle“ eingerichtet werden, damit Tiere, die nicht in Brensbach geschlachtet werden sollen, die Zeit bis zum Weitertransport einigermaßen stressfrei verbringen können. Dabei werden sie auch mit Futter und Wasser versorgt.

Seit 1. April wird der Regionalschlachthof Odenwald von dem aus Überlingen stammenden Metzgermeister Rupert Gessler geleitet. Im Anschluss an den Vortrag von Jürgen Walther lud er die Gäste zu einer Betriebsführung ein.  <<

Kampf um die Kunden

Ministerin Priska Hinz wirbt auf ihrer Sommertour in Brensbach für regionale Lebensmittel


VON REGINE HERMANN

Brensbach. Regional erzeugtes Fleisch, kurze Transportwege, keine Schlachtfabriken: Das wollen viele Verbraucher laut Umfragen. Aber im 
Rhein-Main-Neckar-Ballungsraum gibt es kaum noch Schlachthöfe. In Südhessen ist der in Brensbach ab September der einzige.
Schnittchen und Sekt gibt es normalerweise nicht auf dem Schlachthof in Brensbach (Odenwaldkreis). Da muss schon eine Ministerin auf 
Sommerreise sein. Die Grüne Priska Hinz ist mit ihrem Plädoyer für regionale und ökologisch erzeugte Lebensmittel in Brensbach genau 
am richtigen Ort. Regional ist der Schlachthof ohnehin und das „EU Bio-Siegel Hessen“ hat er auch. 
Regional und Bio sind Trends. Aber das allein ist noch kein Garant für Erfolg. Jahrelang hat der Odenwald- Schlachthof Verluste eingefahren,
 Ende 2012 war er von Insolvenz bedroht. „Wir haben schwierige Zeiten erlebt“, fasst Jürgen Walther zusammen. Der Geschäftsführer der 
Odenwald-Regionalgesellschaft war von Dezember 2012 bis im Frühjahr dieses Jahres zusätzlich kommissarischer Geschäftsführer des 
Schlachthofs, nachdem der damalige Amtsinhaber entlassen worden war. Seit April hat Ruppert Gessler diese Funktion.

Seit zwei Monaten
ein leichtes Plus
Die Lage des Betriebs hat sich seit 2012 verbessert. „Wir sind auf einem positiven Weg, wenn auch mit kleinen Schritten“, sagt 
Gessler im Gespräch mit dem ECHO. Seit zwei Monaten verzeichne man ein leichtes finanzielles Plus. Zurzeit werden pro Woche 
durchschnittlich 40 Rinder geschlachtet (35 waren es im vergangenen Jahr), bei den Schweinen meldet der Schlachthof stabile Zahlen. 
Vor allem die Steigerung bei den Rindern ist für Gessler erfreulich, denn sie sei hauptsächlich durch Bio-Vermarktung möglich gewesen – 
ein Geschäftsfeld, das sich der Schlachthof seit einiger Zeit erschließt. Aber noch immer wird nur an drei Tagen geschlachtet, noch immer 
wird nach Gesslers Angaben die Pacht nicht in voller Höhe gezahlt. 
Ab September ist der Betrieb im Odenwald der einzige Schlachthof , den es in Südhessen noch gibt. Der Schlachthof in Bensheim 
(Kreis Bergstraße) schließt Ende August, dort wird dann nur noch Fleisch zerlegt und vermarktet. Die gesetzlichen Vorgaben, unter anderem
beim Tierschutz, seien „für diese Betriebsgröße nicht zu erfüllen“, wenn man wirtschaftlich arbeiten wolle, sagte Inhaber Norbert Lulay 
kürzlich dem ECHO. 
 
Auch außerhalb Südhessens gibt es kaum noch Schlachthöfe. Darmstadt, Dieburg, Frankfurt, Mainz, Wiesbaden: Überall sind die Betriebe 
geschlossen worden. Aschaffenburg, Alzey, Mannheim sind noch übrig. Und eben Brensbach. Dort hoffen die Verantwortlichen, zumindest einen 
Teil der Viehzüchter, die bisher nach Bensheim gefahren sind, für sich zu gewinnen. „Wir wünschen uns, dass da jemand kommt“, sagt Gessler. 
Die Werbung dürfte nicht ganz einfach werden, denn der Mannheimer Schlachthof ist für viele leichter zu erreichen. Er kann auch bessere Preise 
machen, ist in der Branche zu hören, denn mit 400 000 Tieren pro Jahr ist er erheblich größer als Brensbach.
 
Ministerin Hinz beobachtet die „bröckelnde Struktur“ bei den Schlachthöfen in Hessen mit Sorge. „Wenn wird regionale Vermarktung wollen, 
brauchen wir solche Betriebe“, versichert sie in Brensbach und verweist auf den Ökoaktionsplan, mit dem die Landesregierung die Bedingungen 
für Vermarktung, Produktion und Vertrieb ökologisch produzierter Lebensmittel verbessern wolle.
 
Die Vermarktung ist auch in Brensbach ein Thema. Die Absatzaktivitäten müssten weiter gesteigert werden, ist Walther überzeugt. Der 
Ballungsraum Rhein-Main-Neckar hat einige Millionen Einwohner. Die potenziellen Kunden sind also vor der Haustür. <<

EU-Zulassung und Qualitäts-Gütesiegel

         

Unser regionaler Schlachthof ist aufgrund seines hohen Hygienestandards als EU-Schlachthof zugelassen unter der EU-Nr.: D-HE-ES-202 EG. Der Odenwald Schlachthof trägt das offizielle Qualitätszeichen des Landes Hessen "Geprüfte Qualität Odenwald". Wir führen seit dem 31.10.2013 ebenfalls das EU Bio-Siegel Hessen und sind Mitglied von Biokreis.

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