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Ein Spagat zwischen Tierwohl und Effizienz



Von Tim Maurer

BRENSBACH - Dort wo Fleisch gegessen wird, müssen Tiere sterben. Dieser Umstand mag für viele Menschen - gerade angesichts von Bildern aus einem Schlachtbetrieb - unbequem sein oder gar ein schlechtes Gewissen auslösen, entspricht aber nun mal den Tatsachen. Immerhin hat jeder die Entscheidung in der eigenen Hand, ob er bei der Ernährung auf Fleisch und Wurst zurückgreifen möchte oder nicht.

Die Nachfrage nach den angesprochenen Waren ist jedenfalls seit Jahren ungebrochen groß. Auf der einen Seite sind regionale Lebensmittel beliebt - gleichzeitig hat der Massenkonsum und Trend zum Discount-Einkauf aber zu einer sinkenden Zahlungsbereitschaft geführt. Und so sehen immer mehr Metzger auf dem Land ihre Kundschaft in die großen Einkaufsmärkte der nächsten Stadt verschwinden.

Ohne ortsansässige Metzger fehlt es an Kundschaft

Das bekommen auch Unternehmen wie der Odenwald Schlachthof in Brensbach zu spüren. "Zu unseren Kunden zählen Direktvermarkter, mittelgroße Fleischwarenhersteller, aber auch ortsansässige Metzger, die selbst nicht mehr schlachten können oder dürfen", erklärt Uwe Rüttiger, der Geschäftsführer der Unabhängigen Erzeugergemeinschaft Hohenlohe-Franken ist und den Brensbacher Betrieb seit drei Jahren berät.

Bleiben also die Kunden bei den örtlichen Metzgereien weg, müssen diese irgendwann schließen und fallen als Einnahmequelle für den Schlachthof weg - denn anders als Großschlachthöfe bedienen Betriebe wie der in Brensbach eben den regionalen Markt. Im Jahr 2014 ist es schon mal schlecht um das Unternehmen bestellt, das mehrere regionale Gesellschafter hat. Damals fällt ein Großkunde weg.

"In direkter Folge war die Auslastung schlecht und der Betrieb defizitär", erklärt Rüttiger, der sich seither beratend einbringt. "Wir haben dann eine Neukundenakquise gemacht, die regionale Vermarktung vorangetrieben und uns breiter aufgestellt." In weiser Voraussicht setzt man in Brensbach künftig auf das Geschäftsfeld "bio", das schon damals zunehmend an Bedeutung gewinnt. "Mittlerweile schlachten wir etwa 2000 Bio-Tiere pro Jahr", so Rüttiger zu den aktuellen Zahlen. "Etwa 1000 Rinder sowie 1000 Schweine."

Und auch die generelle Auslastung kann wieder erhöht werden. "2014 lag unsere Schlachtzahl bei etwa 1500 Schweinen und 100 Rindern pro Monat", erklärt Rüttiger. "Aktuell sind es 2200 Schweine und 350 Rinder." Eine Entwicklung, die ihn zufriedenstellt - auch wenn der Betrieb gerade erst Richtung "roter Null" unterwegs sei. "Wir haben durch Einsparungen unser Kostenmanagement optimiert und jährliche Verluste abgebaut", sagt er. "Beim Personal haben wir aber nicht gespart."

25 Mitarbeiter sind rund um den Betrieb beschäftigt - vor allem natürlich Metzger, aber auch Veterinär-Mediziner und eine Bürokraft. Man lege großen Wert auf regelmäßige Schulungen des Personals und die damit verbundenen Sachkundenachweise hinsichtlich Tierschutz und Betäubung. "Unsere Branche steht und fällt mit ihrem Image", weiß Rüttiger um die große Bedeutung der Außenwirkung. "Deshalb versuchen wir möglichst transparent zu sein, und beteiligen uns auch an Regionalprogrammen wie ,echt hessisch'."

Dennoch erfahre man natürlich immer wieder Gegenwind, vor allem von Tierrechtlern, die grundsätzlich gegen Schlachtungen sind. "Wir versuchen Kritikern möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten", so Rüttiger weiter. "Und einen Spagat zwischen Tierschutz und Wirtschaftlichkeit zu schaffen."

Etwas Rückenwind bringt vor zwei Jahren das Ende des Bensheimer Schlachthofs. Denn durch die Einstellung des dortigen Schlachtbetriebs im Sommer 2015 wächst die Kundenzahl in Brensbach. Vor Kurzem wurde auch die Schließung des Schlachthofs in Mannheim beschlossen (siehe Infobox). Und so ist des einen Leid zumindest eines anderen Glück.

Geringes Angebot, lange Transportwege

"Für die regionale Versorgung sind Schlachthöfe wichtig", erklärt Rüttiger. "Für Bauern und Metzger sind die Schließungen daher ein Problem." Ganz zu Schweigen vom Tierwohl. Ein derart schmales Angebot bedeutet nämlich unnötig lange Transportwege für die Schlachttiere. Und das möchte niemand - an dieser Stelle sind sich Schlachtbetriebe und Tierschützer absolut einig.

SCHLACHTHÖFE IN DER REGION

Schlachtbetriebe wie der in Brensbach sind gerade für kleinere Metzgereien oder Bauern, die ihre Tiere nicht selbst schlachten können oder wollen, eine wichtige Anlaufstelle. Doch das Angebot an Schlachthöfen ist stark rückläufig. Bereits im Jahr 2015 musste der Schlachthof Bensheim schließen. Nach Ansicht der Eigentümer Norbert und Achim Lulay ließen ihnen damals "stetig gestiegene gesetzliche Vorgaben keinen Spielraum". Der Kreis Bergstraße sah das hingegen ganz anders: Von "unterlassenen Instandhaltungen", "Beanstandungen im Bereich Hygiene" sowie "unterlassenen Investitionen" war damals die Rede. Seit Kurzem ist auch das Ende des Schlachthofs Mannheim besiegelt. Auf einer Sitzung Ende Juli beschloss der Gemeinderat, den Schlachtbetrieb aus wirtschaftlichen Gründen einzustellen. Damit folgte man der Empfehlung des Hauptausschusses, der Aufsichtsräte des Betriebs und der Stadt Mannheim Beteiligungsgesellschaft mbH.

EU-Zulassung und Qualitäts-Gütesiegel

         

Unser regionaler Schlachthof ist aufgrund seines hohen Hygienestandards als EU-Schlachthof zugelassen unter der EU-Nr.: D-HE-ES-202 EG. Der Odenwald Schlachthof trägt das offizielle Qualitätszeichen des Landes Hessen "Geprüfte Qualität Odenwald". Wir führen seit dem 31.10.2013 ebenfalls das EU Bio-Siegel Hessen und sind Mitglied von Biokreis.

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