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Tierwohl soll mehr in Fokus rücken

REGIONALSCHLACHTHOF Brensbacher Betrieb tritt Initiative bei / Beitrag auch zur Wirtschaftlichkeit?

Von Birgit Reuther 18.10.2016



BRENSBACH -
In einem sich stetig verändernden Marktumfeld geht der Odenwald-Schlachthof in Brensbach einen weiteren Schritt, sich in der Region zu behaupten: Der einzige in Südhessen verbliebene Regionalschlachthof ist der Initiative Tierwohl (Bonn) beigetreten. „Damit sind wir der einzige Schlachthof in Hessen, der das QS-Siegel und das Bio-Siegel der EU trägt und gleichzeitig an der Initiative Tierwohl teilnimmt“, freut sich Volkmar Schaaf, seit Anfang September Geschäftsführer der Odenwald-Schlachthof Betriebs-GmbH.

Investitionen in EDV-Ausstattung nötig

Die jüngsten Nachrichten über Verstöße in tierhaltenden Betrieben machten deutlich, wie wichtig Ansatz und Ziel einer solchen Initiative seien, heißt es in einer Pressenotiz des Unternehmens. „Durch die Teilnahmevereinbarung mit der Initiative Tierwohl verpflichten wir uns, zusätzlich zu den Standards des Qualitätssicherungs-Systems (QS) erweiterte Befunddaten zu erheben und diese an die Trägergesellschaft weiterzuleiten“, erklärt Schaaf. Dies lassen sich die Brensbacher auch etwas kosten: Mit der damit nötigen Erweiterung des betriebseigenen EDV-Systems seien nicht unerhebliche zusätzliche Kosten entstanden.

Bei den zusätzlich zu erhebenden Daten handelt es sich laut Schaaf zum Beispiel um Biss- und Kratzspuren oder Liegebeulen, die Aufschluss geben über den Zustand der Tiere vor der Schlachtung. Was wiederum Rückschlüsse auf Haltung und Transport zulasse, so der in der Branche erfahrene Mann, der von Haus aus Metzgermeister und Fleischereitechniker ist. In Zusammenarbeit der Landwirte mit ihren Tierärzten könnten dann Maßnahmen ergriffen werden, um das Wohl der Tiere zu verbessern.

Der neue Schlachthof-Chef geht gar einen Schritt weiter: „Zu wünschen wäre, dass Einzelhandel und Discounter nicht nur durch ihre Teilnahme einen Obolus leisten, sondern dass sie ihre Einkaufsstrategie dahin steuern, dass die Initiative Tierwohl ein Lieferkriterium beim Einkauf von Fleisch wird.“

Die Teilnahme des Odenwälder Regionalschlachthofes an dieser Sache wertet Volkmar Schaaf auch als Beitrag hin auf dem Weg zu einem wirtschaftlich gesicherten Betrieb des halböffentlich aufgestellten Serviceunternehmens. Wie berichtet, war man Ende 2012 von Insolvenz bedroht gewesen. Ziel des folgenden Krisenmanagements war es, den unter Verlusten ächzenden Betrieb langfristig auf solide Beine zu stellen – mit mehr Kunden, besserem Marketing, geringeren Kosten, Investitionen in Tierschutz und technische Ausstattung.

Seitdem und erst recht aktuell gehen die Zahlen wieder nach oben: Derzeit werden in Brensbach 80 bis 100 Rinder pro Woche geschlachtet; 2015 und 2014 waren es 40 beziehungsweise 35 Tiere die Woche. Diese erhebliche Steigerung sei vor allem der Biofleisch-Vermarktung und den Kunden des Ende August 2015 geschlossenen Schlachthofes in Bensheim (Kreis Bergstraße) zu verdanken, so Schaaf. Bei den Schweinen sind es rund 400 Tiere, die pro Woche in Brensbach geschlachtet werden.

Wie berichtet, droht derzeit auch dem Schlachthof Mannheim die Schließung. „Dann gäbe es – neben uns in Brensbach – nur noch als Ausweichmöglichkeiten die Schlachthöfe in Alzey und Crailsheim“, sagt Schaaf. Der Regionalschlachthof in Brensbach beschäftigt aktuell 15 Mitarbeiter, hinzu kommen der vor Ort ansässige Zerlegebetrieb sowie Selbstständige. Geschlachtet wird an drei Tagen pro Woche. Der Betrieb führt das Bio-Siegel der EU sowie die Qualitätszeichen „Geprüfte Qualität Hessen“ und „Geprüfte Qualität Odenwald“. Vermarktet werden die Erzeugnisse durch den Zerlegebetrieb Frühwein, Abnehmer sind regionale Metzger.

3270 UNTERNEHMEN HABEN SICH ANGESCHLOSSEN

Die 2015 gestartete „Initiative Tierwohl“ versteht sich als Motor eines Prozesses, der die Verbesserung des Tierwohls als Ziel hat und als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden wird. „Dies kann nur gelingen, wenn alle Partner in der Wertschöpfungskette gemeinsam konkrete Veränderungen in Gang setzen“, heißt es im Internetauftritt der Initiative. Gesellschafter sind der Bauernverband, der Raiffeisenverband, der Zentralverband der Geflügelwirtschaft, der Verband der Fleischwirtschaft, der Verband der Fleischwarenindustrie und die Handelsvereinigung für Marktwirtschaft.

Als Partner werden genannt: Unternehmen aus der Landwirtschaft, der Fleischwirtschaft, dem Lebensmitteleinzelhandel – und der Verbraucher. Insgesamt seien aktuell 3270 Betriebe mit mehr als 287 Millionen Schweinen, Hähnchen und Puten beteiligt.

Für die Finanzierung sorgen der teilnehmenden Lebensmitteleinzelhandel, dessen Firmen pro verkauftem Kilogramm Schweine- und Geflügelfleisch sowie -wurst vier Cent an die Initiative abführen. Fleisch aus den teilnehmenden Betrieben ist seit Herbst 2015 im Handel. „Unabhängige Zertifizierungsstellen prüfen in jährlichen, unangekündigten Kontrollen die Einhaltung der Tierwohlkriterien“, so die Initiative. (big)

 

EU-Zulassung und Qualitäts-Gütesiegel

         

Unser regionaler Schlachthof ist aufgrund seines hohen Hygienestandards als EU-Schlachthof zugelassen unter der EU-Nr.: D-HE-ES-202 EG. Der Odenwald Schlachthof trägt das offizielle Qualitätszeichen des Landes Hessen "Geprüfte Qualität Odenwald". Wir führen seit dem 31.10.2013 ebenfalls das EU Bio-Siegel Hessen und sind Mitglied von Biokreis.

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